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Forum - Schreiben - Übungen

Mit allen Sinnen beschreiben

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Knurrwolf

Autor.

22.03.2016 um 21:16 Uhr

Dann versuche ich mal mein Glück, auch wenn es wirklich nicht leicht ist. Daher nur etwas kurzes, das hoffentlich nicht zu wage gehalten ist...

Es war spät geworden und daher blieb ihm keine andere Wahl, als sich dem Unvermeidlichen zu stellen. Andernfalls hätte sie ihn auf keinen Fall mehr in ihre Nähe gelassen.

So hatte er sich schließlich seinem Schicksal gefügt und stand nun mit gesenktem Kopf und geschlossenen Augen abwartend da. Doch er konnte noch so lange warten, denn das Wasser, das auf ihn hernieder prasselnd über Kopf und Schultern floss und ihn bis auf die Haut durchnässte, würde nicht wärmer werden. Nicht mehr um diese Tageszeit. Jeder einzelne Tropfen fühlte sich wie die Berührung mit einem Eiszapfen an, als sie auf ihn trafen und seinem Körper das bisschen Wärme, dass er sich bis jetzt erhalten hatte.

Seine Brust hob sich mit tiefen Atemzügen und er hätte wetten können, dass die Luft aus seinen Lungen kondensierte, kaum dass sie seine Lippen passierte. Doch ohne einen Blick zu riskieren, blieb ihm die Bestätigung verwehrt. Eine Erleichterung kam jedoch von dem blumigen Duft, der seinen Körper umwogte und gegen die kühle Nachtluft anging, um seinen Geruchssinn zu reizen.

Stark genug, um selbst seine Zunge zu erreichen, als er ein paar vorwitzige Tropfen von seinen Lippen leckte. Zwar genügte es nicht, um der Kälte des Wassers die Spitze zu nehmen, aber es vertrieb den leichten Geschmack nach Chlor aus seinem Mund.

Bald hätte er es überstanden, doch bis dahin galt es auszuharren. Sich nicht vom Platz zu rühren und seine Sinne auf andere Dinge, als die mangelnde Wärme zu konzentrieren. Wie die Geräusche des nahen Waldes, die durch das fallende Wasser gedämpft, doch bis zu ihm vordrangen. Das Zirpen der Grillen, die ihre Lieder anstimmten. Unterstützt wurden sie vom Quaken der Frösche aus dem Teich, die lautstark um ihren Platz in diesem nächtlichen Konzert fochten und von einem gesunden Ökosystem kündeten.

Doch als ein Zittern durch die Muskeln in seinem Rücken jagte, bereute er es, das Fenster nicht geschlossen zu haben. Zumindest wäre ihm dann die kalte Luft erspart geblieben.

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ungewiss

Profil unsichtbar.

23.03.2016 um 10:47 Uhr

Bis zum letzten Absatz habe ich ihn in einer improvisierten Freiluftdusche mitten im Dschungel vor mir gesehen: ein alter Schlauch an einem Eimer und nur eiskaltes Wasser. Aber der letzte Absatz hat diese Vermutung widerlegt. Jetzt kriege ich aber das vermeintliche Duschen drinnen nicht unter einem Hut mit der Bemerkung, dass das Wasser um diese Uhrzeit nicht mehr warm werden würde. Hm, interessant, mal sehen, wie die Tipps der anderen lauten.

Zur Übung: alle geforderten Sinne eingebunden, nicht übertrieben in den Metaphern und sogar haarscharf daran vorbeigerutscht, eine ganze Geschichte daraus zu machen. Ist dir sehr gut gelungen!

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hexlein

Autorin.

23.03.2016 um 13:21 Uhr

wie wäre es mit einer "Datsche", die warmes Wasser nur über eine Solaranlage bekommt?...jetzt, wo die Sonne weg ist, ist das Wasser eben kalt.

Ich frag mich gerade nur, wer so sadistisch war und den, normalerweise vorhandenen, Tank leergeduscht hat.

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Knurrwolf

Autor.

23.03.2016 um 21:18 Uhr

@ungewiss: Ein klitzekleines bisschen Geschichte muss einfach sein für mich, damit ich in den Text eintauchen und ihn aufbauen kann.

Wie schaut es mit der Auflösung aus? Sollen wir unsere Geschichten dann am Freitag erklären

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Nachtasou

Autor.

24.03.2016 um 20:07 Uhr

geändert am 24.03.2016 um 20:12 Uhr

Hier mein Versuch. Ist ein recyceltes Stück aus einer längeren Geschichte.

Schließlich liegt Katharina auf dem Bauch auf einer Pritsche, die Arme angelegt, den Kopf zur Seite gedreht, und über Ihre Beine und Hüften spürt sie die Lakenabdeckung. Udo weiß, dass er sie nicht zu unterhalten braucht. Wäre ich an seiner Stelle, würde es mich ebenfalls freuen, wenn es jemand vorzieht zu schweigen. Das adelte sogar meine Arbeit. Das Sprechen überließe ich den Friseuren.

Jetzt, wo seine schlanken Finger über Katharinas Rückenhaut gleiten, um sie anzuwärmen, stellt sich eine Nähe ein, wie sie nur unter Haut-zu-Haut-Berührungen möglich ist. Und gerne schließt Katharina ihre Augen, um das Vertrauen zu genießen, das so greifbar zwischen zwei Menschen herrscht; der einen, die sich anfassen lässt, und dem anderen, der sich getraut, fest zuzufassen. Jetzt kümmert er sich um die Dornfortsätze ihrer Wirbelsäule, die so gar nicht hervorstehen, sondern im Gegenteil nur unter Druck erspürt werden können. Auch das wäre mir lieber als meine Finger zwischen herausstehenden Knochen im Slalom spazieren zu führen.

Die Rinne Katharinas Rückens ist gerade und wie ein Pfirsich fein behaart. Ich male mir aus, wie bitter-salzig ihre Haut schmeckt, wenn ich daran kostete. Aber dazu gibt es keine Gelegenheit, denn der neben ihr Stehende greift nun kräftig in die Rückenmuskeln, um sie zwischen seinen Fingern zu walken. Er geht systematisch vor; beginnend im Lendenbereich arbeitet er sich Etage um Etage nach oben, bis er schließlich im Nacken anlangt, um dort ganz zärtlich zu werden.

Mit Fingerspitzengefühl streicht Udo immer wieder dem Lauf der kleinen und der kräftigeren Haltemuskeln im Nacken nach. Katharinas Brustkorb hebt und senkt sich nun ganz regelmäßig, und das Ausatmen durch die Nasenlöcher geschieht in einer Weise als würde sie aus dem Inneren Lasten nach draußen befördern. Katharinas Lider werden noch schwerer, und das Laken riecht nach Sauberkeit, die Beine werden warm ... und der Raum ist dunkel ... und sogar noch wärmer als eben. Sie denkt an einen Glutofen, der irgendwo in der Nähe wummernd seine Wärme abstrahlt, die ihr alsbald den Schweiß aus den Poren treibt.

Katharinas Lage hat sich in nichts verändert, und probehalber will sie ihr rechtes Bein anwinkeln, um den Abstieg von der Pritsche vorzubereiten. Nach einer halben Stunde des Liegens und der Entspannung sollte sie gemächlich aufstehen.

Es geht nicht.

Wo ist er übrigens?

Sie horcht in den Raum, aber Udo scheint sich aufgelöst zu haben. Seine Hände haben aufgehört, ihren Rücken zu bearbeiten. Überhaupt, nicht nur Details sind verändert: Das Spanntuch unter ihrem Gesicht ist fort. Und sie liegt nicht mehr auf einer schaumstoffgepolsterten Bank, sondern ... , einer Bank schon ähnlich ... auf ungehobelten Planken, deren Oberfläche Katharina bei jeder noch so kleinsten Bewegung unangenehm spürt. Aber davon später.

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Nachtasou

Autor.

25.03.2016 um 22:17 Uhr

geändert am 25.03.2016 um 22:28 Uhr

@Kaorus Szene

Die Körperempfindungen sind spürbar, und beim Lesen wurde es tatsächlich gefühlt kühler. Das ist der Nahsinn. Der Fernsinn Auge ist ja ausgeschlossen, aber das Gehör gibt über das Umfeld Auskunft: Froschquaken und unberührte Natur. Das Zittern der Muskeln ist dann der gefühlte Tiefpunkt.

Auflösung

Was ist an Rahmenhandlung da? (Soll ja eigentlich nicht sein, aber ich kann Kaoru nachvollziehen, ganz ohne kommt man nicht in Schwung).

Die Partnerin lässt ihn ungewaschen nicht zu sich in die Kiste. Wenn er nach Ammoniak riechen würde (Stall ausmisten), wäre das einfach. Aber Chlor? Vielleicht hat er beim Outdoor-Urlaub in Kanada das Chemieklo des Caravan saubergemacht, der alte Zwängler. Sie war klüger, und hat sich unter den kleinen Wasserfall gestellt, als das Wasser bei Sonnenlicht wärmer war. Frösche quaken im Frühsommer, wenn die Nächte noch kühl sein können, und intakte Ökosysteme gibt es in Europa nicht mehr. Ein Naturbursche ist es jedenfalls nicht, wenn ihm ein bisschen Nachtkühle zu schaffen macht. Ergo: Die beiden kommen aus einer Großstadt, Düsseldorf zum Beispiel. Die Partnerin pennt schon, ist also Frühaufsteherin. Und er so spät noch auf? Au, au, das gibt Beziehungsspannungen. Dabei war dieser gemeinsame Urlaub gedacht, der Beziehung noch eine Chance zu geben. Wenn er jetzt noch den Eisprung verpasst, ist er raus.

Kaoru, Du hast ein Drama begonnen.

Aber wieso Chlor? Oder ist das einfach ein Tippfehler, und sie heißt Chloe, und er hat ihren Geschmack noch im Mund vom ...

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Knurrwolf

Autor.

25.03.2016 um 23:13 Uhr

@Nachtasou: Ich gebe offen zu... dein Text  hat mich etwas verwirrt. Aber vielleicht sollte ich sie noch mal in Ruhe lesen.

Zur Auflösung und um die Fragen zu beantworten, die noch offen sind, obwohl ihr die Grundsituation sehr gut erfasst habt.

Seine Partnerin lässt ihn nach einem langen Arbeitstag nicht ins Bett, bevor er sich nicht geduscht hat. Allerdings hat sie das ganze warme Wasser bereits verbraucht und ihm bleibt nur noch das Kalte für diese Tätigkeit. Ja es gibt noch Häuser deren Boiler nicht genug Warmwasser liefert

Das offene Fenster war ein Hinweis darauf, dass es im Haus spielt und eben keine Freiluftdusche ist. Obwohl das eine sehr gute Idee ist, von der ich mir wünschte, ich wäre darauf gekommen.

Was das Chlor angeht, Trinkwasser wird mit Chlor versetzt und in diesem Fall ist es etwas mehr Chlor. Dachte zuerst auch daran, eher einen Eisengeschmack (vielleicht hat er sich geprügelt und Blut im Mund oder die Wasserrohre sind rostig) einzuarbeiten.

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Gelöscht.

16.08.2017 um 23:19 Uhr

geändert am 16.08.2017 um 23:25 Uhr

Nun dann trage ich auch mal eine Geschichte bei, die vor einiger Zeit mal geschrieben habe.

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied.

16.08.2017 um 23:19 Uhr

geändert am 16.08.2017 um 23:25 Uhr

Vorigen Beitrag editiert.

Hier bitte keine Geschichten posten!

Siehe:

ungewiss

Bitte schreibt in diesem Thread wirklich keine abgeschlossenen Geschichten. Wir wollen hier Handwerk üben.

Es geht also nicht darum, fertig geschriebene Geschichten einzukopieren, sondern für diese Übung zu schreiben.

Viele Grüße und danke fürs Verständnis

Jona

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Gelöscht.

08.10.2017 um 20:04 Uhr

Hi

seit gut einem Jahr hatte wohl keiner mehr Lust zu üben … wäre das Thema dennoch offen, aktuell und gewünscht?

Wenn ja welche Situation sollte in der Übung beschrieben werden, immer noch die „Die Sauna“?

Ich wäre schon interessiert, aber muss mir zum Thema Sauna wirklich Gedanken machen (war noch nie in einer).

Falls das Thema jedoch absolut out ist, wäre es auch okay ;) dann schaue ich weiter.

Lg Jeanette

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