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Forum - Schreiben - Übungen

Mit allen Sinnen beschreiben

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ungewiss

Profil unsichtbar.

10.07.2015 um 11:19 Uhr

@Meister Y: Kannst du Charlotte und Francois nicht eine BDSM-Beziehung führen lassen und ihnen eine komplette Geschichte spendieren? Das würde ich wirklich gern lesen.

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Knurrwolf

Autor.

10.07.2015 um 15:26 Uhr

@Wölfin:

Passend umgesetzt und ich muss zugeben, die Thematik erzeugt eine gewisse Gänsehaut.

 

@MeisterY:

Du beschreibst sehr gut, aber ich hab irgendwie immer das Gefühl gehabt, dass du mehr die Umgebung als die Gefühle des Hauptchars beschreibst.

P.S. Nette Maschine, aber nebenbei, hätte Jules keine Junkers Ju 87 nehmen können

 

@ungewiss:

Jetzt weiß ich wieder, warum ich so ungern zur Rush-Hour in der U-Bahn fahre, geschweige denn zu den Urlaubsstoßzeiten in die Nähe von Flughäfen ect. Gehen möchte J

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Meister Y

Autor. Förderer.

11.07.2015 um 08:42 Uhr

@ungewiss: Ein Gaunerpärchen in einer BDSM-Beziehung wäre bestimmt eine interessante Mischung. Vielleicht sollte ich darüber tatsächlich nachdenken.

@Kaoru: Danke für das Lob und die kritischen Worte. Wahrscheinlich kann ich tatsächlich Situationen besser als Gefühle beschreiben. Vielleicht macht es aber auch die Mischung. 

Kurz zur Maschine. Eine Ju 87 wäre natürlich auch gegangen. Aber wohl nicht mit einem französischen Liebhaber alter Technik.

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ungewiss

Profil unsichtbar.

11.07.2015 um 12:06 Uhr

Aber genau um die Situation geht es ja in dieser Übung. Ich habe zwar nichts dagegen, dass ihr auch Gefühle beschreibt, aber mit den Sinnen (hören, sehen, riechen, schmecken, tasten) nimmt man keine Gefühle, sondern eine Situation, eine Umgebung wahr. Es geht hier also gar nicht so sehr um die Entwicklung von Figuren, sondern darum den Leser in eine Situation zu ziehen, ihm das Gefühl zu geben, er wäre dabei, statt es nur zu lesen. Deshalb habe ich mich daran bei dir gar nicht gestört, Meister Y. Im Gegenteil: Wie geschrieben, war der Teil mit der Hangarbeschreibung sogar eine richtig gute Umsetzung der Übung.

Vielleicht machen wir zur Entwicklung von Figuren irgendwann noch mal eine separate Übung. Mal sehen, was mir einfällt.

Hier kommt jedenfalls erstmal eine neue Situation: "Beim VHS-Kurs Aktmalerei". Viel Spaß!

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Knurrwolf

Autor.

12.07.2015 um 20:01 Uhr

Der Inhalt dieses Beitrags ist aus Gründen des Jugendschutzes nicht frei einsehbar.

Bitte melde dich zunächst am Altersverifikationssystem an.

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16.07.2015 um 19:46 Uhr

Der Kerosingestank machte sie mürbe. Klimaanlagen liefen auf vollen Touren, schaufelten aber nur brackige, abgestandene Luft ins Terminal, die sich mit dem Schweißgeruch vieler Menschen mischte. Sie schlug die Beine übereinander, fühlte sich klebrig, unbehaglich. Seit einer Ewigkeit schmorte sie auf dem Kunststoffsitz. Das mechanische Klickern der rotierenden Buchstaben und Zahlen auf der Anzeigetafel, das leicht aussah wie kleine, flatternde Schmetterlingsflügel - es verschaffte ihr keinen Hauch, keine Hoffnung:

Delayed

 

Alle Menschen reisten ihren Träumen entgegen. Oder auch ihren Albträumen. Nur sie war dazu verurteilt, auf dieser verdammten blauen Plastikschale hin- und herzurutschen. Laut Flugplan sollte sie in einer Stunde landen. Sie würde ihr Gepäck ins Hotel bringen und dann sofort zum Strand laufen. Ins Wasser springen. Den Schweiß von ihrer Haut waschen. Sie schloss die Augen, wollte dieses Bild der Kühlung sehen, die Wellen spüren, einen leichten, trockenen Wind auf ihrer Wange, in ihrem Haar.

Ding Dong.

»Wir bitten die Passagiere, auf ihr Gepäck zu achten ...«

Beinahe hätte sie es geschafft, in ihren Traum einzutauchen. Jetzt schreckte sie hoch, sah das Bordpersonal am Check-in-Schalter, Kopfschütteln, ratlos gehobene Hände. Ihr Leiden würde also weitergehen. »Verehrte Fluggäste, wegen eines Triebwerkschadens ...«.

Sie kannte den Spruch, filterte ihn aus ihrem Kopf. Sie musste sich ablenken. Sie würde sonst zerfließen hier. Der junge Steward dort, sein schönes Gesicht. "Fast noch kindlich", dachte sie. Trotz der Hitze in korrekt sitzender Uniform, aufrecht, sportlich. Er unterhielt sich mit einem älteren Kollegen, lachte laut, schelmisch, komplizenhaft. »Wahrscheinlich ist er schwul«, dachte sie. »Schade.« Sie ertappte sich dabei, dass sie ihn anstarrte. Wollte gerade wegsehen, als ihr Blick sich kreuzte. Sie blieb hängen, an ihm, an seinen Augen. Irgendwer hatte gerade auf einer arktischen Forschungsstation die Tür geöffnet und vergessen, sie wieder zu schließen. »Scheiße« dachte sie. »Habe ich ihn gerade kindlich genannt?« In jedem Rudel gibt es das eine Augenpaar, das alle anderen in seinem Bann hält. Die Augen des Leitwolfs. In die starrte sie gerade. Sie wagte nicht einmal zu atmen. Sie fürchtete, er könne sie wittern, ihren schweißnassen Körper.

Und dann kam sein Lächeln. Dieser eine, weit nach oben gezogene Mundwinkel, hinter dem sich zwei breite Lachfalten aufstauten, als er sie ansprach.

»Lanzarote? Keine Angst, wir schaffen das heute noch. Versprochen!«

Sie brauchte eine Ewigkeit, bis sie antworten konnte. Mit einem kleinen Seufzer ließ sie die Schultern fallen, die sie unwillkürlich angespannt hatte.

»Okay, aber muss es so hart sein?«

Jetzt war er es, der kurz zögerte. Ein Teil des Lachens verschwand aus seinem Gesicht, nicht vollständig, aber seine Augen verengten sich, wurden strenger, forschend, prüfend. Er nickte, als sie ihm standhielt, nur ganz leicht:

»Aber ja. Natürlich. Wo bliebe denn sonst der Spaß? Per aspera...«

»... ad astra« ergänzte sie, fast tonlos. Und senkte ihren Blick.

Durchs Raue zu den Sternen.

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Knurrwolf

Autor.

17.07.2015 um 06:15 Uhr

geändert am 17.07.2015 um 12:40 Uhr

@Angelo Gioioso: Der Text an sich ist nicht schlecht, aber irgendwie streift er meiner Meinung nach am eigentlichen Ziel vorbei.

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied.

17.07.2015 um 06:15 Uhr

geändert am 17.07.2015 um 12:40 Uhr

Hallo Kaoru,

ich habe die Verlinkung und Fettschreibung des kompletten Beitrags entfernt. Das ist Dir sicher versehentlich passiert.

Viele Grüße

Jona

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17.07.2015 um 12:15 Uhr

Kaoru:

Mag sein, dass da die Gäule ein wenig mit mir durchgegangen sind, gestern. Ich finde diese kleinen Anregungen zum Schreiben sehr spannend, und manches von dem, was ich hier lese ist sehr gelungen. Und bei manchem kann man eben auch sehen, wo es noch mangelt, wo die Spannung abfällt, wo der Leser alleine gelassen wird.

Bei meiner spontanen Idee - durchaus inspiriert von dem vorangegangenen Text von ungewiss - handelt es sich einfach nur um eine Neuinterpretation. Ich habe meine Augen, meine Ohren, meine Nase in eine etwas andere Richtung gelenkt, sozusagen Rücken an Rücken mit ungewiss‘ Protagonisten, und da sitzt eben meine Heldin und ist zurückgeworfen auf ihre eigenen Empfindungen. Das war meine Ansatz. Während ungewiss versucht, die ganze Situation zu erfassen, habe ich mich quasi ins Innere einer Person versetzt. Ob es wirklich gelungen ist, oder ob ich meine Geschichte dann doch meinem Formwillen und einem gewissen Zwang zur logischen Vollendung unterworfen habe - das kann dann wirklich nur der einzelne Leser für sich beantworten. Dass es bei Dir nicht angekommen zu sein scheint ist schade - aber so ist das eben bei Geschichten, vor allem bei so schnell hingeworfenen. Da hilft mir nur mein altes Schreibmotto: »Next time I‘ll be better«.

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Knurrwolf

Autor.

17.07.2015 um 13:35 Uhr

@Jona Mondlicht: Danke, ja das war ein Versehen.

@Angelo Gioioso: Meine letzte Aussagen war ein wenig spärlich. Ich meinte jetzt nicht, dass es dir nicht gelungen ist, aus der Sicht der Person zu schreiben, das ist dir ganz hervorragend gelungen. Allerdings geht es hier um die Sinne und die hast du nur ganz am Anfang ein wenig eingebunden.

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