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Forum - Schwatz - BDSM-Beziehungen

Brutalität in BDSM-Beziehungen

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13.11.2018 um 23:40 Uhr

Hallo!

Ich hatte gestern abend hier auf der Seite einen intensiven und interessanten Chat mit Schneeleopard. Es ging um Brutalität in BDSM-Beziehungen und ich wüsste gern mal eure Meinung dazu. Sind brutale Handlungen am Partner für euch noch BDSM oder nicht? Was versteht ihr denn unter "brutal"? Wir haben gestern festgestellt, dass wir da wohl unterschiedliche Vorstellungen haben von.

Viele Grüße

Miss

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Schattenwölfin

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

14.11.2018 um 06:31 Uhr

Guten Morgen Miss Sing,

ich denke, dass es für brutal beinahe so viele Schattierungen gibt wie für gut oder schlecht, und ähnlich wie bei heiß und kalt dürften die unterschiedlichen Wahrnehmungen stets von der Person abhängen, die das Wasser abbekommt: einer findet es kühl, für den anderen ist es (brutal) kalt. Einer hasst kalt/heiß, der andere verträgt/mag und genießt es.

Vor diesem Hintergrund wird die Frage jeder anders beantworten.

Für mich setzt Brutalität eine gewisse Rücksichtslosigkeit voraus; etwas, das im BDSM-Bereich im Grunde genommen an der Hürde des "Consensul" scheitert. Lege ich das zugrunde, ist jedes Vorgehen brutal, das sich über meine definierten Grenzen hinwegsetzt. BDSM ist aber häufig Spiel mit den Grenzen und eine gewisse Überschreitung sicher von dem ein oder anderen auch gewünscht.

Das auszuloten ist sicher nicht einfach. Je länger und besser die Beteiligten sich kennen, desto sicherer dürften sie sich werden, was nur brutal erscheinen mag und was es tatsächlich ist. Mindestens bis dahin empfiehlt sich das Safewort, dessen Überschreiten in jedem Fall das Merkmal der Brutalität für mich erfüllt.

Zurückgegrüßt

Wölfin

Signatur

Wo Liebe ist, ist Lachen.

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Meister Y

Autor.

14.11.2018 um 06:51 Uhr

Guten Morgen auch von mir, Miss Sing.

Die Frage, was man in einer BDSM-Beziehung als "brutal" bezeichnet, kann wohl wirklich nur jede(r) von uns für sich selbst beantworten. Vieles von dem, was in unserer Welt "normal" erscheint, normal ist, würde aus anderem Blickwinkel durchaus Straftatbestände erfüllen. Wie Wölfin schon sagte, setzt Brutalität ein gewisses Maß an Rücksichtslosigkeit voraus. Das wäre für mich z.B. schon undenkbar, weil für mich selbst bei Grenzauslotungen und -überschreitungen Einvernehmlichkeit und Fürsorge für Sub unabdingbare Bedingung ist.

Das wird eventuell eine sehr masochistisch veranlagte Sub oder ein sehr sadistisch veranlagter Dom schon anders sehen. 

Unbedingt schließe ich mich dem an, was Wölfin zuletzt gesagt hat. Das Nichtbeachten eines Safewortes (ein NoGo!) ist definitiv Brutalität.

Morgengrüße  

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

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14.11.2018 um 07:08 Uhr

Guten Morgen!

Ich kann mich da den Vorrednern nur anschließen. Es ist wie mit allem abhängig von der Person, ihren Vorlieben, ihrem Schmerzempfinden, ihren Grenzen. Von außen betrachtet, sind sicher viele Sachen brutal.

Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit sind wohl zwei Kriterien, wenn jemand wirklich brutal zu einer anderen Person ist.

Schönen Tag!

Signatur

Was du nicht willst, das man dir tu', das füg auch keinem Anderen zu! So wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Wie man sich bettet....... Na ihr wisst schon, was ich meine!! ;-)

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14.11.2018 um 10:42 Uhr

Hallo!

Danke für die schnellen und vor allem so umfangreichen Antworten. Cool hier. Hab ich euch schon gesagt, dass das Forum toll ausschaut?

Für mich setzt Brutalität eine gewisse Rücksichtslosigkeit voraus; etwas, das im BDSM-Bereich im Grunde genommen an der Hürde des "Consensul" scheitert.

Schattenwölfin, das ist genau meine Meinung. Brutalität und BDSM passen nicht zusammen. Brutal sein heißt für mich, dass Grenzen hart überschritten werden. Es geht hier nicht darum, was für Betrachter "nur" brutal aussieht, sondern um tatsächlich brutale Handlungen.

Der Zusammenhang mit Brutal und Rücksichtslos ist mir bei dem Gespräch mit Schneeleopard im Chat nicht eingefallen, sonst hätte ich ein Argument mehr gehabt, danke dafür.

Das wird eventuell eine sehr masochistisch veranlagte Sub oder ein sehr sadistisch veranlagter Dom schon anders sehen.

Meister Y, meinst du damit: Je mehr sadistisch, um so mehr brutal? Das hieße ja, dass der Sadist umso "besser" oder "veranlagter" ist, je mehr er brutal drauflos schlägt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine masochistisch veranlagte Person sich nach einem brutalen Partner sehnt.

Von außen betrachtet, sind sicher viele Sachen brutal.

Griche, da hast du recht, von außen betrachtet ist es immer eine subjektive Sache. Weil man nicht weiß, was die handelnden Personen aushalten und auf welchem Level sie einverstanden sind mit dem, was sie tun.

Viele Grüße

Miss

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hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

14.11.2018 um 11:48 Uhr

Hallo,

ich verbinde mit Brutalität vor allem einen Mangel oder gar das Fehlen von Respekt dem anderen gegenüber.

Das ist für mich keine Frage des Ausmaßes, denn da ist jeder sicher anders gestrickt. Insofern hat Meister Y recht. Trotzdem gibt es für mich eine klare Trennlinie und die liegt in der Haltung oder, um auch mal ein schönes Fremdwort zu verwenden, in der Attitüde.

Meiner Meinung nach funktioniert BDSM nur im respektvollen Miteinander, alles andere sind für mich strafbare Handlungen.

Faule Mittagsgrüße

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

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Meister Y

Autor.

14.11.2018 um 12:02 Uhr

Miss Sing: Was ich meine ist, die Einvernehmlichkeit setze ich mal voraus, dass z.B. jemand der blutende Striemen schlägt oder geschlagen bekommen möchte, Rücksichtslosigkeit und Fürsorglichkeit völlig anders interpretiert als jemand anderer. Genau so, wie es sicherlich masochistisch veranlagte Menschen gibt, die eine brutale Handlung nicht nur in ihren Träumen erleben wollen.

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Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

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Mai

Autorin.

14.11.2018 um 12:30 Uhr

Gehört Brutalität in meine BDSM-Beziehung? Definitiv: Nein.

Gehört Brutalität zu meinem BDSM-Sexualleben? Definitiv: Ja.

Bei uns ist das Sexualleben streng getrennt vom (Beziehungs)-Alltag. Sprich, nichts was in unserer Beziehung passiert wird mit ins Bett genommen. Kein Erziehungs-Chichi, keine Bestrafungen, oder so Zeug.

Und unser Sexualleben wird nicht in den Beziehungsalltag gezogen. Sprich, keine plötzlichen Ohrfeigen, oder sexuelle Handlungen oder Unterwerfungsansprüche ohne vorherigen „Abfragen“, ob Sex gerade okay für mich ist.

Diese Willensbekundung geschieh vollkommen unauffällig und nonverbal. Er macht eine winzige Andeutung, hält vielleicht mal kurz mein Handgelenk fest, oder so. Dann mache ich durch winzige Gesten klar, dass ich mich in Paarungsbereitschaft  befinde. Und dann ist ab dem Moment alles nur noch brutal, gemein und übergriffig. Hab ich keine Lust, befreie ich mein Handgelenk auf eine beiläufige Art und das Drops ist gelutscht. Bei S/M ist das echt ziemlich unkompliziert.

Ansonsten gehen wir einfach sehr liebevoll miteinander um. Und in der Kiste extrem gewalttätig.

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Mai

Autorin.

14.11.2018 um 12:38 Uhr

Miss Sing

Meister Y, meinst du damit: Je mehr sadistisch, um so mehr brutal? Das hieße ja, dass der Sadist umso "besser" oder "veranlagter" ist, je mehr er brutal drauflos schlägt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine masochistisch veranlagte Person sich nach einem brutalen Partner sehnt.

Doch, klar. Sexuell  auf jeden Fall. Brutalität, Ungerechtigkeit, Gewalttätigkeit, Schmerz, Schweiß und Blut sind die Stoffe, aus denen Masochistenträume  bestehen.

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14.11.2018 um 12:39 Uhr

Brutalität, Ungerechtigkeit, Gewalttätigkeit, Schmerz, Schweiß und Blut sind die Stoffe, aus denen Masochistenträume  bestehen.

Echte Gewalttätigkeit, Mai? Echte Ungerechtigkeit? Blut, dass aus echter Gewalttätigkeit und Ungerechtigkeit fließt? Für mich hat das nichts mit BDSM zu tun, wenn jemand aus Gier nach Gewalt und ohne mein Einverständnis ( = ungerecht) auf mich einprügelt, bis mein Blut fließt.

Wahrscheinlich ist es auch hier wieder eine Definitionsfrage. Danke für deine Antwort!

Viele Grüße

Miss

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