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Dieser Text besteht aus mehreren Teilen.

Vorheriger Teil: Stimme der Hingabe - Teil 2: Vertrauen. Folgender Teil: Stimme der Hingabe - Teil 4: Verbundenheit.

Stimme der Hingabe - Teil 3: Verwirklichung

von eileen und Kaoru

Leselupe

Selbst wenn Melinda es versucht hätte, so gab es in der Garderobe des Clubs doch keine Kleidung, die etwas verbergen würde. Nach einigem Hin und Her entschied sie sich für einen dunkelblauen Minirock, der kaum ihren Hintern bedeckte und eine weiße, durchsichtige Bluse. Ihre Nippel schimmerten rosig durch den Stoff und sie kämpfte mit sich.

In diesem Aufzug durch den Club zu gehen, kostete sie extreme Überwindung. Doch sie wollte so gerne diese Session mit Raphael erleben, seine Hände und Lippen wieder spüren. Sie bewältigte den Rückweg mit den steifen, ungelenken Bewegungen, die die Verspannung ihrer Muskeln zeigten. Ihr Blick war fest auf den Boden gerichtet und ihre Wangen brannten und waren wahrscheinlich hochrot geworden.

Wie versprochen wartete Raphael auf sie, neben sich einen Ordner aus Papier liegend, wie man sie auch in jedem Büro finden würde. Doch erneut lag seine Aufmerksamkeit ganz bei ihr, und er beobachtete Melindas Spießrutenlauf, bis sie schließlich bei ihm ankam.

Da er sich an die Bar lehnte, stellte er seine Füße weiter auseinander und zog sie kurzerhand dazwischen. Ein Arm um ihre Hüfte gelegt, griff er mit der freien Hand nach ihrem Kinn und hob ihren Kopf, bis sie ihm in die Augen sehen konnte.

„Mir gefällt, was du ausgesucht hast, Darling“, Raphaels Stimme war sanft und schmeichelnd. „Es betont deine Beine und deinen wohlgeformten Hintern. Am liebsten würde ich jetzt den undurchsichtigen Verlockungen deiner Brüste nachgeben und sie mit meinem Mund und meinen Zähnen erkunden, bis dein leises Wimmern die einzige Musik ist, die ich höre.“

Melinda errötete noch mehr und hätte gern die Augen niedergeschlagen. Doch sein Griff unter ihrem Kinn war zwar sanft, aber unnachgiebig. Dieser intensive Blickkontakt und seine erotischen Worte lösten eine so intensive Spirale von Erregung und Nervosität aus, dass sie froh war, sicher von ihm gehalten zu werden. Ihren Beinen hätte sie gerade nicht trauen können.

Seine Worte hatten, nicht unbeabsichtigt, die Anspannung aus Melindas Körper vertrieben und Raphael genoss das Gefühl sie zu halten. Die Wärme ihres Körpers zu fühlen, da sie nur zwei dünne Bahnen Stoff trennten. Deutlich spürte er, wie die Erregung seinen Erektion erwachen ließ, was ihr nicht verborgen bleiben konnte, als er sie näher heranzog.

„Du bist verantwortlich dafür und weckst in mir den Wunsch, dich an ein Bett zu fesseln“, seine Stimme war dunkel geworden und spiegelte die Erregung wieder, die durch seine Glieder rauschte. 

Langsam beugte er sich vor und ließ erneut seinen Atem über ihre Lippen streichen: „Dich zu küssen, dich zu lecken. Bis nur noch zwei Worte über deine Lippen kommen ...“

Damit machte er seine Worte erneut wahr und küsste Melinda, während seine Zunge als Vorbote die warme Öffnung ihres Mundes eroberte.

Melinda genoss Raphaels Zunge, die mit der ihren spielte. Er legte eine Hand auf ihren Hinterkopf und dirigierte sie, um die Intensität des Kusses noch besser kontrollieren zu können. Der Beweis seiner Erregung presste sich an sie und die Tatsache, dass dieser Mann sie begehrte, bescherte ihr ein Hochgefühl. Mit dieser Erkenntnis bekam sie das Selbstvertrauen, das sie brauchte, um seinen Kuss leidenschaftlich und ohne Scheu zu erwidern.

Als sich ihre Körperhaltung entspannte, lächelte er innerlich, denn seine Lippen waren damit beschäftigt, ihre Erwiderung auszukosten. So angenehm es auch gewesen wäre, den Abend von hier an in die entsprechende Richtung weiterzuführen, hatte er zuvor jedoch eine selbst auferlegte Aufgabe zu erfüllen.

Mit sichtlichem Bedauern beendete Raphael den Kuss damit, dass er ein letztes Mal sanft mit den Zähnen an ihrer Unterlippe zupfte und den Anblick der Erregung genoss, die er in ihr ausgelöst hatte.

Melinda war bereit, das hoffte er zumindest. „Deine Gedanken sind bei mir und wie dein Körper willig, von mir geführt zu werden. Bereit für deine Aufgabe, Liebes?“

Melinda kämpfte sich widerwillig in die Wirklichkeit zurück. Sämtliche Nerven liefen auf Hochtouren und ein Cocktail aus Adrenalin und Endorphinen rauschte durch ihren Körper. Nur sehr langsam wurde ihr verklärter Blick wieder einigermaßen klar und ihre erste Reaktion bestand aus einem wenig respektvollen "Mmh?" Doch dann besann sie sich wieder, in welcher Situation sie sich befanden und ein "Ja, Sir", kam hastig über ihre Lippen.

„Gute Antwort“, lobte Raphael lächelnd, froh dass sie sich bei ihm ganz fallen lassen konnte.

Doch dann wurde er wieder ernster, als es an ihre Aufgabe ging. „Für unser kleines Rollenspiel wirst du eine brave Sekretärin sein, die einer kleinen Gruppe von Doms die Ankündigung für das nächste Event hier im Club vorträgt. Ich werde immer bei dir sein und solltest du Panik bekommen, werde ich dich halten. Und ich werde mein Bestes tun, dass du nicht an deine Angst, sondern an mich denken wirst.“

Melindas Magen verkrampfte sich. Events ansagen? Vor fremden Doms? In den Klamotten?? Alles in ihr wollte flüchten, sie würde sich komplett lächerlich machen. Kurz brandete bittere Wut auf Raphael in ihr auf. Doch was hatte sie eigentlich erwartet? Er hatte ihr mehrmals gesagt, dass sie eine Aufgabe zu ihrer Angst überstehen müsste. Sie hatte es nur vorgezogen, sich ablenken zu lassen und diesen Teil zu verdrängen. In ihren Gedanken rasten drei Worte, immer wiederholt. Gehen oder Bleiben, Gehen oder Bleiben, Gehen oder Bleiben?

Er gab ihr die Zeit seine Worte zu erfassen, den Inhalt wirklich zu begreifen und darauf zu reagieren. Melinda wirkte von einer Minute zur nächsten erneut angespannt, wenn auch nicht ganz so stark wie zuvor. Der interne Konflikt spiegelte sich jedoch deutlich in ihrer Körpersprache und ihrem Blick wieder.

„Flucht oder Kampf ist eine uralte Reaktion, die in unserer Genetik verankert ist“, begann Raphael sanft zu erklären, während er durch ihre Haar strich. „Wenn du dich mit dieser Aufgabe überfordert fühlst, dann sag es mir und wir werden sie verschieben. Doch ich möchte, dass du es versuchst und ich werde hinter dir stehen, im wahrsten Sinn des Wortes. Wenn du schwach wirst, werde ich dich auffangen, wenn du Panik bekommst, kannst du zu mir flüchten.“

Seine Hand glitt tiefer hinab und seine Finger streichelten über Melindas Hals und tiefer hinab, wo sie ihre linke Brust umkreisten.

„Ich weiß, es ist eine schwere Aufgabe, aber ich werde mich an meine Worte halten. Du wirst die Wärme meines Körpers an deinem Rücken fühlen, meine Hände werden dich halten“, wie zufällig strich Raphael mit dem Daumen über die erhärtete Spitze ihrer Brust. „Und ich will versuchen, deine Anspannung abzubauen, wann immer sie dich überkommt.“

Melinda wusste, wenn sie jetzt bat, das Ganze zu verschieben, dann würde sie nie wieder den Mut finden, mit ihm herzukommen. Und sie hatte die Nase so voll vom Weglaufen, den Selbstvorwürfen und den Ausreden, für die sie sich später verachtete. Jetzt wäre die einmalige Gelegenheit, sich all dem nicht allein stellen zu müssen. Sie führte eine Diskussion auf drei Ebenen mit sich selbst. Da war der traumatisierte, ängstliche Teil, der noch immer verlangte, dass sie sich drückte. Dann ihr erwachsenes, jetziges Bewusstsein, das sich endlich von dieser Angst befreien wollte. Und ihr kleines, inneres Teufelchen, dem die Angstproblematik völlig egal war, und, das sie auf all die hocherotischen Möglichkeiten hinwies, wie Raphael für ihre Entspannung sorgen könnte. Die beiden Letzten trugen schließlich den Sieg davon.

"Also gut, versuchen wir es.“

„Tapferes Mädchen“, erwiderte er, bevor er ihr einen Kuss auf die Lippen hauchte. „Doch bevor wir wirklich beginnen, sollten wir deine Kleidung vervollständigen.“

Mit einem listigen Lächeln löste er seine Hand von ihrer Brust und griff hinter sich. Verborgen vor ihrem Blick löste er etwas von seinem Gürtel und brachte es dann zum Vorschein. Präsentierte Melinda ein paar Handfesseln aus weinrotem Leder, bevor er seine zweite Hand zur Hilfe nahm und sie fordernd anblickte: „Präsentiere mir deine Handgelenke. Wenn du dich mir diesen Abend anvertraust, möchte ich, dass du etwas von mir trägst.“

Melinda blickte lächelnd auf die Fesseln. Die Farbe war sehr hübsch und sie freute sich darauf, das Leder auf ihrer Haut zu spüren. Dass Raphael sie für sie ausgesucht und mitgebracht hatte, machte sie noch wertvoller. Am liebsten hätte sie sich vorgebeugt, um den Duft des geliebten Materials einzusaugen. 

Sie hatte Fesseln nie als etwas Einengendes empfunden, sondern als etwas Stützendes. Etwas, das sie sicher festhielt, wenn sie sich in einem Meer aus Gefühlen nicht mehr selbst halten konnte. Sie würde dieses Kleidungsstück von ihrem Sir mit innerem Stolz tragen und hielt ihm ohne Zögern ihre Handgelenke hin.

Mit routinierten Bewegungen legte Raphael ihr die Fesseln an und prüfte dann, ob sie richtig saßen oder vielleicht zu eng anlagen. Als er damit zufrieden war, legte er Melindas Hände zusammen und umfasste sie mit den seinen. Gab ihr für den Moment das Gefühl, als ob diese schon verbunden wären.

„Dein Vertrauen in mich macht mich sehr froh und du siehst wirklich gut aus in rotem Leder“. Damit beugte er sich vor und flüsterte ihr zu: „Natürlich würde ich es vorziehen, wenn nichts anderes als diese Fesseln deinen Körper bedecken. Aber das heben wir uns für einen späteren Zeitpunkt auf.“

Damit griff er nun nach dem Order und reichte diesen an Melinda weiter. „Wenn du bereit bist zu beginnen, dann will ich ein `Ja, Sir` von dir hören.“

Melinda warf einen unsicheren Blick auf den Ordner. Sie war sich nicht sicher, ob sie jetzt in der Lage wäre, irgendetwas daraus auswendig zu lernen. Doch jetzt, wo sie sich für die Aufgabe entschieden hatte, wollte sie auch ihr Bestes geben und sich darauf konzentrieren, so gut es eben ging.

"Ja, Sir", sagte die und schlug den Ordner auf.

"Braves Mädchen", lobte Raphael, während er beobachtete, wie sie sich in die darin befindlichen Flyer vertiefte. 

Bevor sie auf falsche Gedanken kam, fügte er schmunzelnd hinzu: "Nimm den Ordner mit, das sind deine Unterlagen, die dir bei deiner Aufgabe helfen sollen."

Über diese Hilfestellung war Melinda erleichtert. Sie sah sich die Flyer neugierig an. Sie fand Informationen über eine Bondage-Show, verschiedene Szenarien, die auf der Bühne des Clubs durchgespielt werden sollten. Sie blätterte sich durch die einzelnen Informationen und sah Raphael dann wieder an.

Er hatte die Ankündigungen selbst nur überflogen, da ihn das meiste davon nur bedingt interessierte. Aus mangelndem Wissen darüber würde er vielleicht bei dem Abend mit dem Thema Knifeplay vorbeischauen. Möglicherweise konnte er dabei interessante Ideen finden, seine beiden liebsten Hobbys miteinander zu verbinden.

Als ihn Melinda nun anblickte, erwiderte er ihren Blick und wies dann mit der Hand zu einer Sitzgruppe. Dort hatten sich zwei Männer seines Alters eingefunden, die sich miteinander unterhielten. Raphael kannte einen davon persönlich und wusste, dass die beiden befreundet waren. Vom Verhalten her glichen sie ihm, sie waren gereift und ruhig und würden seine Sub nicht vor eine unlösbare Aufgabe stellen.

„Deine Zuhörer, Liebes“, klärte er Melinda nun auf. „Keine Angst, sie werden dich nicht beißen.“

Melinda warf einen nervösen Blick auf die beiden Männer, dann sah sie wieder Raphael an. "Soll ich jetzt einfach dahin gehen und ihnen von den Events erzählen?", fragte sie unsicher.

Er war ihrem Blick gefolgt und nickte schließlich. „Ja, genau. Ich werde mit dir gehen und dich ankündigen und dann gehört ihre Aufmerksamkeit ganz dir. Keine Angst, ich bin an deiner Seite.“

Keine Angst war leicht von ihm gesagt. Als Raphael sich erhob und sie zu den Männern führte, bekam sie Bauchschmerzen. Als die beiden ihre Annäherung bemerkten, richtete sich ihr Interesse sofort auf die junge Frau.

Raphael begrüßte die beiden und trat dann hinter Melinda, um eine Hand auf ihre Hüfte zu legen. Sie sollte seine Gegenwart spüren können und wissen, dass er nur eine Handbreit entfernt stand.

„Meine Sub würde euch gerne über kommende Events informieren und ich bitte nur um etwas Aufmerksamkeit“, begann er und flüsterte Melinda dann zu: „Atme tief durch, denk an dein Safeword. Wenn es zu überwältigend wird, werde ich da sein.“

Melinda sah in den Ordner und positionierte ihn so, dass er die Blöße ihrer Brust bedeckte. Den Blick fest darauf gerichtet, nannte sie die einzelnen Events schnell und ohne Punkt und Komma. Dann stand sie steif da, den Ordner wie einen Schutzschild vor sich haltend.

Raphael musste nicht erst den Blick seines Freundes sehen oder die Steifheit in ihrem Körper unter seinen Fingern fühlen, um zu wissen, dass Melinda nicht gerade entspannt war. Lautlos formulierte er mit den Lippen die Bitte an die Männer, sie etwas zu fragen, bevor er seine freie Hand auf ihren Nacken legte.

„Nach diesem kleinen Redeschwall solltest du einmal tief durchatmen“, forderte er sie auf.

Dann begann er mit der einen Hand ihren Halsansatz zu massieren, während er die zweite zu ihrem Bauch wandern und dort kreisen ließ.

„Das war ein recht schneller Vortrag und ich bin nicht mehr der Jüngste“, schaltete sich nun Raphaels Freund mit einem Lächeln ein. „Wann findet noch einmal das erste Event statt und wie ist die Kleiderordnung für Subs?“

Melinda konzentrierte sich auf ihre Atmung und auf Raphaels Hände. Sie wollte weg hier! Sie wusste, dass sie sich wieder lächerlich machte, dass sie vor etwas so Simplem Panik hatte, mit dem jeder andere ganz leicht fertig geworden wäre. Dass sie wie ein Trottel wirken musste. Sie spürte einen Kloß im Hals und beschrieb dem Fragenden leise das Event. Sie wollte jetzt auf keinen Fall weinen, aber sie fühlte sich wieder so erbärmlich und die Scham über ihre dumme Schwäche war so groß, dass sie die Tränen nur mit Mühe zurückhalten konnte.

Ihre Gefühlslage war allen drei Männern nicht entgangen, und bevor Raphael noch den Mund aufmachen konnte, griff sein Freund ein. Mit einem freundlichen Lächeln wandte er sich an Melinda. „Das hast du sehr gut gemacht, ich danke dir dafür. Aber jetzt will ich dich deinem Dom nicht länger vorenthalten.“

Mit einem dankbaren Nicken zu seinem Freund wandte sich dieser mit Melinda von den beiden anderen ab, um sie zu einer freien Sitzgruppe zu dirigieren. Bevor sie Zeit hatte zu protestieren, ließ Raphael sich nieder und zog sie auf seinen Schoß, um sie in den Armen halten zu können.

„Halt dich nicht zurück, Melinda“, forderte er mit sanfter Stimme auf. „Ich weiß, dass es nicht leicht für dich war und du hast keinen Grund, dich für irgendwas zu schämen.“

Melinda konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie standen für Jahre von Angst, Frustration und Scham und sie war selbst überrascht von der Heftigkeit ihres Ausbruchs. Sie schlang die Arme um Raphael und verbarg ihr Gesicht an seiner Schulter. Als ihr Schluchzen zu einem leisen Schniefen überging, stellte sie erstaunt fest, dass sie darüber reden wollte.

"Ich weiß, wie dumm ich mich benehme und ich weiß auch, dass meine Angst völlig grundlos ist. Aber das hilft mir nicht dagegen, ich kann trotzdem nichts machen, um sie in solchen Momenten aufzuhalten. Es ist so eine dumme, alltägliche Sache! Und ich habe Angst, dass ich es einmal zu oft versaue und du ganz kalt zu mir wirst und deine Zeit nicht mehr verschwenden willst. Aber ich habe es wirklich versucht, Raph ... Sir."

Raphael hatte in Ruhe abgewartet, bis sie sich wieder etwas beruhigte und nahm mit Erleichterung zur Kenntnis, dass Melinda keine Aufforderung brauchte, um darüber zu sprechen.

„Erstens bin ich niemand, der jemanden einfach so im Stich lässt. Und schon gar nicht meine Sub“, begann er und fischte eine Packung Taschentücher aus seiner Hosentasche, um sie ihr zu reichen. „Zweitens hat jeder von uns Ängste oder Probleme, die uns selbst oft verwirren oder mitunter sogar unbegründet erscheinen. Was jedoch nichts daran ändert, dass sie sehr real sind und uns heimsuchen. Zumindest solange, bis wir uns ihnen stellen, was du heute getan hast.“

Lächelnd strich er ihr ein paar Strähnen aus dem Gesicht: „Niemand hat von dir erwartet, dass eine einzige Konfrontation all deine Probleme lösen wird. Aber du hast einen ersten Schritt getan und sprichst jetzt mit mir darüber. Das ist ein gewaltiger Sprung in die richtige Richtung und ich bin stolz auf dich.“

Damit beugte er sich vor, während sie eines der Taschentücher hervorfischte, und küsste ihre Stirn. „Vielleicht hast du ja später Lust auf eine kleine Belohnung für deine Tapferkeit. Es gibt hier ein Büro und es wäre doch eine Schande, dein hübsches Kostüm nicht auszunutzen.“ 

 

 

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Vorheriger Teil: Stimme der Hingabe - Teil 2: Vertrauen. Folgender Teil: Stimme der Hingabe - Teil 4: Verbundenheit.

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

13.08.2016 um 14:49 Uhr

Sehr einfühlsam geschrieben. Es scheint hier um die Überwindung von Redeangst zu gehen, erotisch verklausuliert.

Signatur

Schöne Grüße, Alex

02.08.2016 um 00:25 Uhr

Wieder sehr lebendig geschrieben, danke!

12.06.2016 um 11:32 Uhr

Eine gute Fortsetzung, Ihr schreibt ganz toll. Es ist eine Freude die Texte zu lesen.

Quälgeist

Autor.

05.05.2016 um 19:28 Uhr

Sie bleibt spannend. Es kann noch so viel passieren. Toll!

Signatur

Pure Vernunft darf niemals siegen! Quälgeist

04.05.2016 um 01:43 Uhr

es bleibt nach wie vor sehr spannend

sehr schön geschrieben

17.04.2016 um 22:14 Uhr

Absolut Klasse geschrieben. Alle drei Teile. Wann geht es weiter? Dank an Euch.

17.04.2016 um 09:14 Uhr

Es geht weiter, wie es begonnen hat. 

Mir gefällt die Geschichte weiterhin wirklich gut. Raphael, der ihr, so unbekannt beide sich eigentlich sind, hilft gegen tiefsitzende Ängste anzugehen. Melinda, die so hin und hergerissen ist, doch die Chance, wie seine Hand ergreift und mit ihm ins eiskalte Wasser springt. Jeder weiß, wie groß die Überwindung ist, egal wovor man sich nun fürchtet.

Sehr authentisch ist es, dass es auch mit "Prinz Charming" im Rücken längst nicht auf Anhieb perfekt klappt und sie nun zur perfekten Rednerin mutiert, wie es uns einige Liebesgrschichten immer verkaufen wollen.

Wie Melinda es zu Anfang bereits feststellte ['Der Engel der Heilung, Schutzpatron der Kranken und Reisenden.'] .. Der Engel macht seinen Job scheinbar verdammt gut. 

Tolle Geschichte, freue mich auf die Fortsetzung. 

Signatur

Quoth the raven, "Nevermore". [E. A. Poe]

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Stimme der Hingabe - Teil 1: Verzweiflung

Seit ihrer Kindheit hat Melinda ungeheuere Angst, vor Menschen zu sprechen und soll nun geschäftlich eine Präsentation halten. In dieser angespannten Situation begegnet ihr auch noch Raphael, den sie aus einem sehr speziellen Club kennt.

Stimme der Hingabe - Teil 2: Vertrauen

Melinda und Raphael sehen sich im Club wieder, unterhalten sich und flirten miteinader. Er hat jedoch schon Vorbereitungen für ein ganz besonderes Rollenspiel getroffen, das Melinda nicht nur erregen soll.

Stimme der Hingabe - Teil 3: Verwirklichung

Das Spiel, das Raphael sich ausgedacht hat, bedeutet eine ganz besondere Herausforderung für Melinda, die sich vor fremden Doms ihren Ängsten stellt und dafür von Raphael belohnt wird.

Stimme der Hingabe - Teil 4: Verbundenheit

Raphael will die ledernen Fesseln für das gemeinsame Vergnügen mit Melinda nutzen und führt sie in eine Nische des Clubs, die einem Büro nachempfunden ist. Über den Schreibtsci gebeugt liest Melinda aus einem Buch vor.

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