BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

Social Bondage: Textnummer: 1763 | Kurz-Url http://szurl.de/t1763 | Facebook | Twitter

Urheberrecht Achtung, Urheberrecht! Der nachfolgende Text wurde uns freundlicherweise von Kaoru zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die Urheberrechte liegen jedoch weiterhin bei Kaoru, so dass eine weitere Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Verwendung nur nach persönlicher Zustimmung erfolgen darf! Das unerlaubte Wiedergeben oder Weitergeben dieses Textes wird sowohl von Kaoru als auch von uns als Urheberrechtsverletzung angesehen und entsprechend verfolgt. Mehr dazu...

Achtung, Hinweise beachten Bitte beachte die Hinweise zu diesem Text! Alle im Text erwähnten Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Erwähnte Handlungen und Techniken sind nicht zwingend vollständig beschrieben, insbesondere fehlen möglicherweise Sicherheitshinweise. Daher raten wir dringend von einer Nachahmung ab, so lange Du Dich nicht umfassend informiert hast. Mehr dazu...

 

Fröhliche Weihnacht überall!

BDSM-Geschichte von Kaoru

Leselupe

Alle Jahre wieder...

Kommt die Weihnachtszeit, mit all ihren klassischen Traditionen und dem modernen Kommerz, der es mitunter schwer macht, die passende Stimmung zu wecken. Vollgestopfte Geschäfte, moderne Christkindelmärkte und laut schallende Weihnachtsmusik unterdrücken gekonnt jede aufkeimende Besinnlichkeit.

Zum Glück gab es jedoch Ausnahmen von dieser Regel und zu einer der wichtigsten zählte schon immer die Familie. Egal, ob es um Vorbereitungen, das Fest selbst oder die Feiertage zwischen den Jahren ging. Hier fanden sich noch Zentren winterlicher Unruhe und traditioneller Gemütlichkeit.

So auch bei Peters Familie, die ihn wie jedes Jahr zu einer vorweihnachtlichen Schmückung des elterlichen Hauses eingeladen hatte. Mit anderen Worten wurde er zusammen mit seiner Schwester zwangsrekrutiert, um bei der Dekoration des Hauses zu helfen. Und wenn Mutter und Tochter dann in der Küche die Bleche mit Keksen füllten, machten sich Vater und Sohn auf die Suche nach einem passenden Baum. Das war Familientradition gewesen, noch als die beiden inzwischen erwachsenen Kinder zu Hause gewohnt hatten, und würde es wohl auch noch viele Jahre lang bleiben.

Auch wenn der Mittdreißiger es dieses Jahr beinahe verschwitzt hätte, in aller Eile packen musste und dank eines Notfalls beinahe zu spät eingetroffen wäre. Doch am Ende parkte sein Renault vor dem Haus, während er seine Sachen aus dem Kofferraum holte. 

Peter war von durchschnittlicher Gestalt, hatte den letzten Friseurtermin verstreichen lassen, um durch die schulterlange, braune Mähne für die kalte Jahreszeit gerüstet zu sein, und seine Augen waren von einem schlichten grau. Das letztere eine gewisse dominante Härte ausstrahlen konnten, war einem Großteil seiner Familie nicht bewusst. Selbst wenn seine geschätzte Schwester diesbezüglich eine Ausnahme bildete.

Ihre Witzeleien bezüglich seines privaten Interesses kamen ihm jedoch sofort in den Sinn, als er neben seiner Reisetasche - ein Mindestaufenthalt von ein paar Tagen bei seinen Erzeugern war Pflicht - auch seine Spielzeugtasche vorfand. Schlagartig wurde ihm bewusst, dass er sie wohl nach seinem letzten Besuch im SM-Cafe im Auto gelassen und bei der Hektik nicht ausgeräumt hatte. Äußerlich glich sie ja dem anderen Gepäckstück, auch wenn im Inneren weder frische Wäsche noch Zahnbürste lauerten.

„Hey, kleiner Bruder“, flötete in diesem Moment die Stimme von Daniela vom Eingang des Hauses herüber. „Trödel nicht so lange herum, es gibt noch viel zu tun.“

Mit einem resignierten Seufzer ergriff Peter rasch beide Taschen, schließlich konnte und wollte er sie nicht einfach im Auto belassen. Und was konnte denn schon passieren, wenn er seine Spielzeugtasche in das Haus seiner Eltern brachte?

Kehrt mit seinem Segen...

Ein wenig war dann doch noch die Hektik ausgebrochen und Peter musste sein Gepäck erst im Flur stehen lassen, um dabei zu helfen, die Dekoration aus dem hintersten Winkel auszugraben. Kaum im Gästezimmer angekommen, wurde auch schon wieder nach ihm gerufen und folgsam setzte er sich in Bewegung. Etwas anderes war auch gar nicht zu erhoffen gewesen in dieser besinnlichen und doch vollgestopften Zeit. Vergessen war darüber hinaus auch seine Spielzeugtasche, zumindest für den Moment.

Mutter und Tochter teilten den gleichen Körperbau sowie kastanienbraunen Haare. Auch wenn Daniela noch keine grauen Strähnen darin zeigte und ihre Kleidung etwas moderner, aber nicht weniger bequem wirkte. Beide hatten den großen Esstisch mit Beschlag belegt und darauf alles verteilt, was sie zur Herstellung des traditionellen Weihnachtskranzes brauchten. Nichts Neues für die Familie, auch nicht, dass sie Peter für den ersten Schritt immer zu Hilfe riefen, da er einfach besser das Grundgerüst aus Zweigen zusammenbinden konnte. Woher dieses Können stammte, war seiner Schwester auf jeden Fall bekannt, die daher keine Gelegenheit ausließ, ihn mit entsprechenden Kommentaren zu necken.

Doch auch das gehörte dazu und Peter hatte sich darauf eingestellt, genauso wie letztes Jahr. Allerdings war er nicht darauf vorbereitet, dass sein musternder Blick unter den vorbereiteten Materialien eine Verpackung entdecken würde, die ihm sehr vertraut vorkam. Ohne zu zögern griff er nach dem durchsichtigen Plastiksack, in dem ein sauber aufgerolltes und fabrikneues Hanfseil auf seine Nutzung wartete. Ein äußerst qualitatives Seil, das auch unter Zug seine Länge behielt. Er musste es wissen, denn schließlich war es von ihm gekauft worden.

Bevor ihr Bruder jedoch die Chance bekam, seine Erwerbung vor familiären Pflichten zu retten, trat Daniela an ihn heran und gab ihm einen leichten Klaps auf den Hinterkopf.

„Keine Tagträume von deinen Freizeitaktivitäten am Esstisch, kleiner Bruder, ja? Das Seil sieht verlockend aus, aber damit sollst du uns den Kranz zusammenbinden“, neckte sie ihn und säuselte ihm dann leise genug ins Ohr, dass ihre Mutter es nicht hören konnte. „Ich weiß, der wird sich nicht winden und winseln, aber das kannst du dir ja vorstellen.“

„Witzig, wie wäre es, wenn ich dir mal zeige, wie ein Knebel funktioniert“, grollte Peter etwas zu laut. „Ohne deine Kommentare geht es sicher schneller.“

„Benehmt euch, ihr zwei. Es ist Weihnachtszeit, da müsst ihr euch doch nicht in den Haaren liegen“, schalt in diesem Moment das weibliche Familienoberhaupt, während sie die ersten Zweige zusammensuchte. „Das Seil habe ich im Flur gefunden, als ich aus der Werkstatt gekommen bin. Von wem auch immer es kommt, es ist doch ganz passend, oder, Peter?“

„Äh... ja, passend“, konnte dieser nur zustimmen, als seine Mutter den Rettungsversuch im Keim erstickte.

Da half kein weiteres Zögern oder Jammern, also riss er kurzerhand die Packung auf, holte das Seil hervor und machte sich an die Arbeit. Dass ihn seine Schwester schmunzelnd dabei beobachtete, wie er dieses mit antrainierter Effizienz ausrollte, strafte er mit gnädiger Ignoranz. Auch wenn der verlockende Gedanke im Hinterkopf verweilte, ihre Neckereien mit einem - passend zur Weihnachtszeit - rentiernasenroten Ballknebel zu unterbinden.

Ist auch mir zur Seite...

Still war es inzwischen im Haus geworden. Die gesamten Vorbereitungen hatten bis zum frühen Abend gedauert, sodass es draußen bereits dunkelte, als sich die Familie endlich im Wohnzimmer zusammensetzen konnte. Jeder machte es sich mit einer Tasse Kaffee oder Tee gemütlich und ließ den Blick über die Dekoration schweifen, die sich in Sichtweite befand. Allesamt waren sich Eltern wie Kinder darüber Einig, dass sich die Arbeit gelohnt hatte und das Haus bereit war für die Weihnachtstage. Samt einfallendem Besuch von allen anderen Familienmitgliedern.

Peter teilte sich die Sitzbank mit seiner Schwester und wie es der Zufall so wollte, hatte er von hier einen ausgezeichneten Blick auf den neuen Kranz. In Gemeinschaftsarbeit hergestellt wurde das Grundgerüst aus Tannenzweigen gebildet, welche dann mit den roten Blüten von Christsternen, braunen Tannenzapfen sowie der einen oder anderen Masche vervollständigt worden waren. Dabei blitzte immer wieder verräterisch das Hanfseil hervor, dem das ganze seine Stabilität verdankte.

Zu Beginn hatte Peter versucht, es zu ignorieren, doch alsbald stahl sich immer wieder ein leichtes Lächeln auf seine Lippen, wann immer er zu dem Kranz blickte. Ein Umstand, der auch seiner Schwester nicht entgangen war und den sie schließlich auch zur Sprache brachte, als ihre Eltern zwischenzeitlich das Zimmer verließen.

„Heraus damit“, forderte Daniela grinsend und stupste mit ihrer Schulter ihren Bruder an. „Sag mir nicht, dass du immer noch unzüchtige Vorstellungen hast wegen dem Kranz. Hat dir das Zusammenbinden so viel Spaß gemacht?“

Zuerst wollte er zu einer scharfen Erwiderung ansetzen, doch seine Stimmung ging im Moment in eine ganz andere Richtung. Also räusperte er sich stattdessen.

„Es liegt nicht am Kranz, sondern an dem Seil. Das hat nicht unser Vater gekauft, sondern ich. Und weißt du auch, wofür?“, damit beugte er sich zu seiner Schwester hinüber und flüsterte ihr etwas ins Ohr.

Noch bevor er geendet hatte, war ihr Grinsen verschwunden. Im Gegenteil stand ihr sogar der Mund offen, als sie das gemeinsame Machwerk mit ganz neuen Augen musterte. Es war jedoch selbst für Peter schwer zu sagen, ob Überraschung, Unglauben oder vielleicht Entsetzen überwog.

Was seine Schwester eingebüßt hatte, zeigte sich jedoch auf Peters Zügen, als er sich mit einem breiten Lächeln zurück lehnte. Und während er an seiner Tasse nippte, war er auf einmal ganz zufrieden mit sich, schließlich hatte er das Seil dafür gekauft, jemanden zu fesseln.

Allerdings hätte er sich nicht im Traum vorstellen können, dass er damit die Aufmerksamkeit und auch das vorlaute Mundwerk seiner Schwester binden würde.

 

 

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

10.02.2017 um 22:44 Uhr

Eine spannende Konstellation, was mag er ihr wohl ins Ohr geflüstert haben. 

Ich hatte kurz befürchtet, dass die Tasche ein undreiwilliges Offenbaren provozieten würde, aber das mag sichnwohl,keiner vorstellen, wie man Eltern "so etwas" vermittelt ... Aber das sprengt dann auch den Rahmen.

Es ist ist ein kleines Streiflicht mit Knistern und verschiedenen Varianten der Ausschmückung.

Danke für ein Stillleben mit Hanfseil

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

12.06.2016 um 07:03 Uhr

Ein sehr gefühlvoller Text, die vorweihnachtliche Stimmung kommt gut rüber, er ist spannungsvoll. Das Hanfseil bringt ein anregendes Knistern in die Geschichte und baut die Spannung immer weiter auf. Bis zu Ende...

28.12.2015 um 09:15 Uhr

Wieder einfach wunderbar.

Ich lese Zeilen von Dir immer wieder gern, weil sie einfach klasse geschrieben sind. Ja, was doch so ein gekauftes und verwendetes Hanfseil so alles bewirken kann...

Danke für Zeilen, die mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.

 

Deine Bewertung

Angemeldete Mitglieder des Schattenzeilen-Clubs können hier den Text bewerten und Kommentare abgeben.

Wenn Dich die Vorteile für Clubmitglieder überzeugen, kannst Du Dich hier kostenlos registrieren. Wir freuen uns auf Dich!

 

Weitere Möglichkeiten

Du kannst:

Weitere Veröffentlichungen

Wir empfehlen Dir:

 

Diese Seite als Lesezeichen

Lesezeichen

Hier gelangst Du zu Deinen Lesezeichen.

 

Um die Schattenzeilen voll nutzen zu können, solltest Du Dich anmelden oder kostenlos registrieren.