Schattenzeilen - Erotische Geschichten, Gedichte und andere Literatur über BDSM und Fetisch

Zusammenfassung Zusammenfassung

Wenn es schon einmal schnell gehen soll, dann kommt meist etwas dazwischen. In dieser Begebenheit in Gestalt einer Frau, die er zuerst an ihrem auf die Konservendose gestellten Lederstiefel richtig wahrnimmt. Und die ihn mit ihrer dominanten Art und Weise ordentlich aus dem Konzept bringt.

Nutzer poet

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Dieser Text wurde am 05.02.2010 in der Rubrik SM veröffentlicht.

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Ein Anfang

von poet

So hatte es angefangen:
Es war leer im Supermarkt. Er schob eilig seinen Einkaufswagen durch den Gang mit den Waschmitteln auf der einen und der Tiernahrung auf der anderen Seite. Als er am Ende rechts einbog Richtung Fleischtheke, fuhr er einer Frau im schwarzen Ledermantel, die mit dem Rücken zu ihm stand, in die Kniekehlen. Sie ließ eine Konservendose fallen, deren Beschriftung sie offenbar gerade lesen wollte. Schuldbewusst „Entschuldigen Sie!“ stammelnd, sank er auf ein Knie und griff nach der Dose. Bevor er sie nehmen konnte, hatte sie ihren Fuß darauf gesetzt. Fuß hieß Stiefel, schwarz, hochschaftig, unter einem engen, schwarzen, knieumspielenden Lederrock verschwindend, dessen breiter Gürtel mit glänzenden Silberconchos verziert war. Darüber eine blutrote Bluse mit einem leicht rüschigen, tiefen Ausschnitt zwischen zwei ansehnlichen Erhebungen, geschmückt von einer schmalen Goldkette mit einem sonderbaren Anhänger. Das Gesicht dezent geschminkt, sehr schön, schmale Lippen, dunkle Augen, im Rahmen ziemlich langer, glatter, pechschwarzer Haare.
„Ist das Ihre Methode?“ fragte sie.
„Ich verstehe nicht?“
„Frauen anzubaggern?“
„Entschuldigung, ich hatte es nur eilig! Und da ...“
„Und da brauchen Sie auf eine Dame keine Rücksicht nehmen?“
„Aber ich habe Sie doch nicht absichtlich, ich meine, ich ...“
„Und nun?“
„Wenn ich Ihnen die Dose aufheben dürfte?“
„Ist das alles?“
„Ich verstehe nicht?“
„Was bieten Sie als Wiedergutmachung?“
„Wie meinen Sie das?“ Er machte Anstalten, aufzustehen, aber sie hatte sich so über ihn gebeugt, dass das nicht gehen würde, ohne sie anzurempeln.
„Nun, haben Sie es immer noch so brandeilig?“
Er wollte schlucken, aber Mund und Kehle waren plötzlich so trocken.
„Eigentlich ...“
„Gut. Dann könnten Sie mir helfen, meine Einkäufe zu meinem Auto zu tragen, das wäre eine Wiedergutmachung für Ihre Zudringlichkeit!“
Er wich ihrem Blick aus und starrte auf den glänzenden Stiefel mit hohem Absatz auf der Konservendose.
„Wenn Sie das befriedigt, helfe ich Ihnen gerne!“
Der Stiefel hob sich und stellte sich neben den anderen.
„Das gefällt mir. Jetzt dürfen Sie die Dose aufheben!“
Er nahm die Dose und rappelte sich hoch. Sie hatte sich schon umgedreht und ging zur Kasse. Sie trug nur ihre Handtasche in der einen und eine Flasche Champagner in der anderen Hand. Er ließ seinen Einkaufswagen stehen, trottete mit der Dose hinter ihr her und stellte sie neben der Champagnerflasche auf das Fließband. Sie zahlte und ging zum Ausgang. Nur kurz blickte er ihrem offenen wehenden schwarzen Mantel nach über dem Klack-Klack ihrer Absätze, dann griff er die Flasche mit der linken und die Dose mit der rechten Hand und eilte ihr nach. Vor dem Supermarkt, ziemlich nah dem Eingang, war ein roter Sportwagen geparkt, dessen Blinker bei ihrem Näherkommen kurz aufleuchteten. Sie wartete, bis er ankam.
„Der Schnellste sind Sie nicht. Öffnen Sie!“
Er klemmte die Flasche unter den rechten Arm und öffnete den Schlag mit der Linken.
„Legen Sie die Teile hinter dem Fahrersitz auf den Boden!“
Er klappte die Lehne vor und tat, wie sie ihm geheißen hatte. Dabei fiel zum ersten Mal sein Blick auf die Dose. „Red Hot Chili Peppers“ las er.
“Und nun?” fragte sie wieder, als er sich umdrehte.
Ja, so hatte es angefangen.

 

 

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Kommentare von anderen Leserinnen und Lesern

01.04.2010 um 19:33 Uhr

6 Kommentare.

Bin auf ie Fortsetzung sehr gespannt

18.03.2010 um 14:22 Uhr

Autorin.

82 Kommentare.

Das hat mir sehr gut gefallen.
Wie es wohl weiter geht?

Signatur

Ein Gruß von der Queen

09.02.2010 um 15:13 Uhr

11 Kommentare.

Das Ende lässt mich hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird.
Ich lese Deine Geschichten sehr gerne.

08.02.2010 um 20:10 Uhr

Autor.

Teammitglied.

Vereinsmitglied.

817 Kommentare.

Kein Klischee ausgelassen, aber sehr nett geschriebene Miniatur.

Signatur

Ein Gentleman sollte alles ausprobiert haben - außer Inzest und Volkstanz. (Sir Thomas Beecham)

06.02.2010 um 00:22 Uhr

Autorin.

6 Kommentare.

Das war dann wohl der Anfang vom Ende oder umgekehrt
Ich werde warten... auf die Fortsetzung

LG

05.02.2010 um 19:27 Uhr

84 Kommentare.

und wie ging es weiter? Da ich deine Geschichten ja schon kennen und lieben gelernt habe bin ich auf eine Fortsetzung sehr gespannt.

05.02.2010 um 00:18 Uhr

Autorin.

34 Kommentare.

Tja, so ist das mit den kleinen scharfen Dingern Manchmal ein köstlicher Anfang........ und es ging ganz sicher gut weiter!
Wie schön!

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